Un día sin programa
Ein Tag ohne Programm
1 · Spanische Geschichte
La historia
Lucía había organizado cinco días de vacaciones en Huancayo para su madre y su hermano. Desde Lima, reservó el alojamiento y preparó un programa en su computadora. Su madre, Elena, acababa de jubilarse. Lucía quería que el viaje fuera especial, sobre todo porque durante años Elena había pospuesto sus vacaciones para atender la tienda familiar.
La primera noche, Lucía mostró el programa en su celular. Había paseos, visitas y restaurantes para cada día. Su hermano, Andrés, preguntó a qué hora podrían descansar. Ella pensó que estaba bromeando. Sin embargo, Elena miró la lista y dejó sus lentes sobre la mesa. "¿También hay que cumplir horarios aquí?", preguntó con una sonrisa.
A la mañana siguiente, Elena anunció que no iría al primer paseo. Quería desayunar despacio y caminar sin rumbo por el barrio. Lucía sintió que su esfuerzo no había servido de nada. "Si me lo hubieras dicho antes, habría organizado otra cosa", respondió. Elena aclaró que agradecía el trabajo, aunque nadie le había preguntado qué deseaba.
Andrés propuso salir los dos y dejar que su madre disfrutara de la mañana. Lucía aceptó, pero apenas prestó atención durante el paseo. Había dado por hecho que aprovechar las vacaciones significaba conocer muchos lugares. Ahora le molestaba reconocer que su programa se parecía bastante a una lista de tareas, precisamente lo que Elena quería dejar atrás.
Cuando regresaron, encontraron a Elena conversando con la dueña del alojamiento. Habían pasado una hora hablando de sus trabajos anteriores. Sobre la mesa había un cuaderno abierto. "Me está enseñando a dibujar", explicó Elena. Lucía estuvo a punto de preguntar por qué había viajado tan lejos para hacer algo que podía hacer en casa. Prefirió escuchar.
Esa tarde revisaron juntos las reservas. Podían cancelar una visita sin perder dinero y mantener otra que a los tres les interesaba. Llegaron a un acuerdo: cada uno elegiría una actividad y habría un día libre. "Libre de verdad", añadió Elena. Lucía borró varias líneas del programa. Le costó menos de lo que esperaba.
El último día, Lucía se sentó junto a su madre a dibujar en el patio. Su dibujo salió torcido, pero no sintió la necesidad de corregirlo. Todavía prefería viajar con ciertos planes. La diferencia era que ahora preguntaba antes de decidir por los demás. Elena, mientras tanto, ya proponía unas próximas vacaciones. Esta vez llevaría colores.
2 · Nützliche Ausdrücke
Ausdrücke zum Merken
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cumplir horarios
sich an feste Zeiten haltenDiesen Ausdruck verwendest du, wenn es darum geht, festgelegte Zeiten für Aktivitäten oder Verpflichtungen einzuhalten.
En mi nuevo trabajo tengo que cumplir horarios bastante estrictos.
In meinem neuen Job muss ich mich an ziemlich strenge Zeitvorgaben halten.
caminar sin rumbo
ohne festes Ziel spazierenBeschreibt das Spazierengehen ohne festes Ziel oder festgelegte Route.
Después del almuerzo, decidimos caminar sin rumbo por el centro.
Nach dem Mittagessen beschlossen wir, ohne festes Ziel durch die Innenstadt zu spazieren.
Había dado por hecho
Sie war ganz selbstverständlich davon ausgegangenLeitet eine Annahme ein, die jemand ohne Überprüfung als gegeben betrachtet hatte.
Había dado por hecho que la entrada era gratuita, pero tuve que pagar.
Ich war ganz selbstverständlich davon ausgegangen, dass der Eintritt kostenlos war, musste dann aber doch bezahlen.
estuvo a punto de preguntar
war kurz davor zu fragenBeschreibt eine Frage, die jemand beinahe gestellt hätte. In diesem Zusammenhang entscheidet sie sich dagegen.
Daniel estuvo a punto de preguntar el precio, pero lo vio en la etiqueta.
Daniel war kurz davor, nach dem Preis zu fragen, sah ihn dann aber auf dem Etikett.
Llegaron a un acuerdo
Sie einigten sichDrückt aus, dass sich mehrere Personen auf eine Entscheidung verständigt haben, nachdem sie über ihre unterschiedlichen Wünsche gesprochen hatten.
Llegaron a un acuerdo sobre cómo repartir los gastos del departamento.
Sie einigten sich darauf, wie sie die Kosten für die Wohnung aufteilen würden.
decidir por los demás
für andere entscheidenBezeichnet das Treffen von Entscheidungen für andere Menschen, möglicherweise ohne sie vorher zu fragen.
Prefiero escuchar todas las opiniones antes de decidir por los demás.
Ich höre mir lieber alle Meinungen an, bevor ich für andere entscheide.
3 · Übersetzung auf Deutsch
Die ganze Geschichte auf Deutsch
Lucía hatte für ihre Mutter und ihren Bruder fünf Urlaubstage in Huancayo organisiert. Von Lima aus buchte sie die Unterkunft und stellte am Computer ein Programm zusammen. Ihre Mutter Elena war gerade in Rente gegangen. Lucía wollte, dass die Reise etwas Besonderes wurde, vor allem weil Elena ihren Urlaub jahrelang verschoben hatte, um sich um den Familienladen zu kümmern.
Am ersten Abend zeigte Lucía den beiden das Programm auf ihrem Handy. Für jeden Tag waren Ausflüge, Besichtigungen und Restaurantbesuche vorgesehen. Ihr Bruder Andrés fragte, wann sie sich ausruhen könnten. Sie dachte, er mache einen Scherz. Elena hingegen betrachtete die Liste und legte ihre Brille auf den Tisch. „Müssen wir uns auch hier an feste Zeiten halten?“, fragte sie lächelnd.
Am nächsten Morgen kündigte Elena an, dass sie beim ersten Ausflug nicht mitkommen würde. Sie wollte in Ruhe frühstücken und ohne festes Ziel durch das Viertel spazieren. Lucía hatte das Gefühl, ihre Mühe sei umsonst gewesen. „Wenn du mir das früher gesagt hättest, hätte ich etwas anderes organisiert“, antwortete sie. Elena stellte klar, dass sie für die Arbeit dankbar sei, auch wenn niemand sie gefragt hatte, was sie sich wünschte.
Andrés schlug vor, zu zweit loszuziehen und ihre Mutter den Vormittag genießen zu lassen. Lucía war einverstanden, achtete während des Ausflugs aber kaum auf ihre Umgebung. Sie war ganz selbstverständlich davon ausgegangen, dass man viele Orte kennenlernen musste, um den Urlaub gut zu nutzen. Nun fiel es ihr schwer, sich einzugestehen, dass ihr Programm ziemlich stark einer Aufgabenliste ähnelte – genau dem, was Elena hinter sich lassen wollte.
Als sie zurückkamen, fanden sie Elena im Gespräch mit der Besitzerin der Unterkunft vor. Die beiden hatten eine Stunde lang über ihre früheren Berufe gesprochen. Auf dem Tisch lag ein aufgeschlagenes Heft. „Sie bringt mir das Zeichnen bei“, erklärte Elena. Lucía war kurz davor zu fragen, warum sie so weit gereist war, um etwas zu tun, das sie auch zu Hause tun konnte. Sie entschied sich lieber dafür, zuzuhören.
An diesem Nachmittag gingen sie gemeinsam ihre Buchungen durch. Sie konnten eine Besichtigung stornieren, ohne Geld zu verlieren, und eine andere beibehalten, die alle drei interessierte. Sie einigten sich: Jeder würde eine Aktivität auswählen, und es würde einen freien Tag geben. „Wirklich frei“, fügte Elena hinzu. Lucía löschte mehrere Zeilen aus dem Programm. Das fiel ihr leichter als erwartet.
Am letzten Tag setzte sich Lucía neben ihre Mutter in den Innenhof, um zu zeichnen. Ihre Zeichnung geriet schief, aber sie verspürte nicht das Bedürfnis, sie zu korrigieren. Nach wie vor reiste sie lieber mit gewissen Plänen. Der Unterschied war, dass sie jetzt nachfragte, bevor sie für andere entschied. Elena schlug unterdessen bereits einen weiteren gemeinsamen Urlaub vor. Diesmal würde sie Buntstifte mitnehmen.