La carpeta azul de mamá
Mamas blaue Mappe
1 · Spanische Geschichte
La historia
El martes a la tarde, Sofía volvió del colegio mojada y con mala cara. Su papá estaba en la cocina, ordenando vasos. “¿Dónde dejaste la carpeta azul de mamá?”, le preguntó apenas la vio entrar. Sofía se quedó quieta. “Yo la vi sobre la mesa de la cocina ayer. Después no la toqué”, dijo. El papá frunció el ceño, porque esa carpeta tenía los papeles de la reunión escolar de esa noche.
Buscaron en el comedor, en el pasillo y hasta debajo del sillón. Cada vez que abrían una puerta, entraba aire frío y la lluvia sonaba más fuerte. Sofía empezó a ponerse nerviosa. “Si no aparece, mi mamá se va a enojar”, dijo. Su papá respiró hondo. “No saques conclusiones tan rápido. Primero hay que pensar”, respondió. Entonces recordó que su esposa había salido temprano con una bolsa de ropa para donar.
Sofía fue hasta el lavadero y abrió la bolsa que estaba junto al lavarropas. Adentro había medias, una bufanda y la carpeta azul. “¡Ah, no! La metí yo”, dijo ella, sorprendida. “La vi en la mesa y pensé que estaba en el lugar equivocado. La guardé para que no se mojara.” Su papá la miró y no pudo enojarse. “Bueno, por lo menos apareció”, dijo con una sonrisa cansada.
Más tarde, mientras la lluvia aflojaba, revisaron la carpeta juntos. Faltaba una hoja con anotaciones, así que Sofía se ofreció a buscarla en su mochila. “No hace falta que cargues con todo sola”, le dijo su papá. Ella asintió y, por primera vez en toda la tarde, se quedó tranquila. Cuando encontró la hoja, también encontró una nota vieja de la escuela primaria. La leyó en voz baja y se rió. “Decía que yo era prolija. Eso sigue siendo discutible”, comentó.
Cuando llegó la mamá, encontró la mesa lista y la carpeta completa. Miró a Sofía, después al papá, y enseguida entendió que algo había pasado. “¿Hubo problema?”, preguntó. “Nada grave”, dijo el papá. “Solo una carpeta que se escondió donde no debía.” Sofía se apuró a explicar todo, aunque ya no hacía falta. Su mamá sonrió. “La próxima vez, avisen antes de hacer una misión de rescate”, dijo. Y los tres se rieron, ya más tranquilos.
2 · Nützliche Ausdrücke
Ausdrücke zum Merken
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volvió del colegio
aus der Schule zurückkommenDieser Ausdruck beschreibt die Rückkehr nach Hause nach dem Unterricht.
Mi hermano volvió del colegio con mucha hambre.
Mein Bruder kam mit großem Hunger aus der Schule zurück.
se quedó quieta
blieb regungslos stehenDieser Ausdruck bedeutet, dass sie aufhörte, sich zu bewegen.
Cuando oyó el ruido, se quedó quieta.
Als sie das Geräusch hörte, blieb sie regungslos stehen.
frunció el ceño
runzelte die StirnDieser Ausdruck beschreibt einen Gesichtsausdruck, der deutlich Sorge oder Verärgerung zeigt.
El profesor frunció el ceño al ver la carpeta rota.
Der Lehrer runzelte die Stirn, als er die kaputte Mappe sah.
hay que pensar
wir müssen nachdenkenIn diesem Zusammenhang leitet der Ausdruck eine ruhigere Herangehensweise an die Lösung des Problems ein.
Sprachgebrauch: Hier steht „hay que“ mit einem Infinitiv. Mit dieser gängigen Konstruktion drückt man aus, dass etwas notwendig ist.
Antes de decidir, hay que pensar con calma.
Bevor wir uns entscheiden, müssen wir in Ruhe nachdenken.
por lo menos apareció
wenigstens ist sie wieder aufgetauchtMit diesem Ausdruck mildert man Enttäuschung ab und erkennt an, dass zumindest ein Teil des Problems gelöst ist.
No era el plan ideal, pero por lo menos apareció.
Es war nicht der ideale Plan, aber wenigstens ist sie wieder aufgetaucht.
no hace falta
es ist nicht nötigDiesen Ausdruck verwendet man häufig, um jemandem zu sagen, dass etwas nicht notwendig ist.
No hace falta que vengas tan temprano.
Du musst nicht so früh kommen.
se rieron
sie lachtenDieser Ausdruck beschreibt eine gemeinsame Reaktion am Ende der Geschichte.
Al final, se rieron de la confusión.
Am Ende lachten sie über die Verwechslung.
3 · Übersetzung auf Deutsch
Die ganze Geschichte auf Deutsch
Am Dienstagnachmittag kam Sofía nass und schlecht gelaunt aus der Schule zurück. Ihr Papa war in der Küche und räumte Gläser ein. „Wo hast du Mamas blaue Mappe gelassen?“, fragte er, sobald er sie hereinkommen sah. Sofía blieb regungslos stehen. „Ich habe sie gestern auf dem Küchentisch gesehen. Danach habe ich sie nicht mehr angefasst“, sagte sie. Ihr Papa runzelte die Stirn, denn in der Mappe waren die Unterlagen für die Besprechung in der Schule an diesem Abend.
Sie suchten im Esszimmer, im Flur und sogar unter dem Sofa. Jedes Mal, wenn sie eine Tür öffneten, kam kalte Luft herein und der Regen klang lauter. Sofía wurde langsam nervös. „Wenn sie nicht auftaucht, wird Mama sauer“, sagte sie. Ihr Papa atmete tief durch. „Zieh nicht so schnell voreilige Schlüsse. Erst müssen wir nachdenken“, antwortete er. Da fiel ihm ein, dass seine Frau früh mit einer Tasche voller Kleidung zum Spenden losgegangen war.
Sofía ging zum Waschbereich und öffnete die Tasche neben der Waschmaschine. Darin lagen Socken, ein Schal und die blaue Mappe. „Ach nein! Die habe ich da reingetan“, sagte sie überrascht. „Ich habe sie auf dem Tisch gesehen und dachte, sie liegt am falschen Platz. Ich habe sie weggeräumt, damit sie nicht nass wird.“ Ihr Papa sah sie an und konnte ihr nicht böse sein. „Na ja, wenigstens ist sie wieder aufgetaucht“, sagte er mit einem müden Lächeln.
Später, als der Regen nachließ, sahen sie die Mappe gemeinsam durch. Ein Blatt mit Notizen fehlte, also bot Sofía an, in ihrem Rucksack danach zu suchen. „Du musst nicht alles allein schultern“, sagte ihr Papa zu ihr. Sie nickte und war zum ersten Mal an diesem Nachmittag ganz ruhig. Als sie das Blatt fand, entdeckte sie auch eine alte Notiz aus der Grundschule. Sie las sie leise vor und lachte. „Da stand, dass ich ordentlich war. Darüber lässt sich immer noch streiten“, meinte sie.
Als Mama nach Hause kam, war der Tisch vorbereitet und die Mappe vollständig. Sie sah Sofía an, dann ihren Papa, und begriff sofort, dass etwas passiert war. „Gab es ein Problem?“, fragte sie. „Nichts Schlimmes“, sagte der Papa. „Nur eine Mappe, die sich dort versteckt hat, wo sie nicht hingehört.“ Sofía beeilte sich, alles zu erklären, obwohl das gar nicht mehr nötig war. Ihre Mama lächelte. „Sagt mir nächstes Mal Bescheid, bevor ihr eine Rettungsaktion startet“, sagte sie. Und alle drei lachten, inzwischen schon entspannter.