El banco de la entrada
Die Bank am Eingang
1 · Spanische Geschichte
La historia
El sábado, mi vecino Tomás me llamó cuando yo estaba preparando el desayuno. Acababa de renovar su panadería y necesitaba una foto para un anuncio. "¿Puedes hacerme un favor? Solo te tomará diez minutos". Como soy fotógrafa y él siempre recibe mis paquetes, acepté sin preguntar mucho.
Al llegar, encontré la entrada recién pintada y varias plantas junto a la puerta. También seguía allí el viejo banco de madera. Tomás quería que lo moviéramos antes de sacar la foto. Según él, daba una impresión de abandono, aunque todavía era firme y cómodo.
Yo había dado por hecho que el favor consistía únicamente en usar mi cámara. Sin embargo, terminé sujetando un extremo del banco. Apenas lo levantamos, una señora se acercó con dos bolsas. "¿Dónde voy a sentarme para esperar la guagua?", preguntó. Tomás soltó su extremo de inmediato.
"Es solo para la foto, doña Carmen. Después vuelve a su sitio". Ella dejó las bolsas en el suelo. "Menos mal. Ese banco también es parte del negocio". Me explicó que compraba pan allí porque podía descansar antes de regresar a casa. Nunca se me había ocurrido relacionar aquel mueble con las ventas.
Tomás parecía incómodo. Había gastado sus ahorros en la renovación y quería atraer clientes nuevos. No me parecía justo que tuviera que defenderse por cuidar la imagen del local. Aun así, quitar el banco ocultaba precisamente algo que algunos clientes valoraban. La foto podía ser bonita y contar muy poco.
Le propuse probar desde otro ángulo. Quise dejar claro que no necesitaba renunciar a una imagen cuidada. Si colocábamos las plantas junto al banco, la entrada se vería agradable sin esconderlo. Carmen aceptó aparecer sentada, con su bolsa de pan. Antes le expliqué dónde se publicaría el anuncio.
Al ver las dos versiones en mi celular, Tomás tardó en tomar una decisión. Finalmente eligió la del banco. "Parece un lugar donde uno puede quedarse un rato", dijo. Luego sonrió. "Aunque ahora tendré que pintarlo". Carmen respondió que ella conocía a alguien que podía ayudarlo.
Los diez minutos se habían convertido en una hora. Tomás me ofreció pan para compensarme y acordamos un precio para futuras fotos. Me fui satisfecha. Había podido echar una mano sin fingir que mi tiempo no tenía valor.
2 · Nützliche Ausdrücke
Ausdrücke zum Merken
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hacerme un favor
mir einen Gefallen tunEine gängige Formulierung, mit der du jemanden um Hilfe bei einer bestimmten Aufgabe bittest.
¿Podrías hacerme un favor y recoger ese paquete?
Könntest du mir einen Gefallen tun und das Paket abholen?
había dado por hecho
war ganz selbstverständlich davon ausgegangenDrückt aus, dass jemand zuvor etwas als gegeben angenommen hatte, ohne es zu überprüfen.
Lucía había dado por hecho que la reunión sería presencial.
Lucía war ganz selbstverständlich davon ausgegangen, dass das Treffen vor Ort stattfinden würde.
esperar la guagua
auf den Bus wartenBeschreibt das Warten auf die Ankunft eines öffentlichen Verkehrsmittels.
Sprachgebrauch: In Puerto Rico bedeutet „esperar la guagua“ „auf den Bus warten“. In manchen anderen Ländern hat „guagua“ andere Bedeutungen.
Prefiero esperar la guagua bajo ese árbol.
Ich warte lieber unter diesem Baum auf den Bus.
se me había ocurrido
mir war der Gedanke gekommenBeschreibt einen Einfall, den jemand vor einem anderen Zeitpunkt in der Vergangenheit hatte.
Se me había ocurrido organizar una cena en el patio.
Mir war der Gedanke gekommen, ein Abendessen im Innenhof zu organisieren.
dejar claro
deutlich machenDamit drückst du etwas ausdrücklich aus, sodass andere es verstehen.
Quiero dejar claro que la propuesta todavía puede cambiar.
Ich möchte deutlich machen, dass sich der Vorschlag noch ändern kann.
tomar una decisión
eine Entscheidung treffenBedeutet, nach dem Abwägen der verfügbaren Möglichkeiten zu wählen, was man tun möchte.
Necesitamos más información antes de tomar una decisión.
Wir brauchen mehr Informationen, bevor wir eine Entscheidung treffen.
echar una mano
unter die Arme greifenEine umgangssprachliche Wendung, die bedeutet, jemandem zu helfen.
Sprachgebrauch: Informell; passend für ungezwungene Gespräche.
Mi hermana va a echar una mano con la mudanza.
Meine Schwester wird beim Umzug unter die Arme greifen.
3 · Übersetzung auf Deutsch
Die ganze Geschichte auf Deutsch
Am Samstag rief mich mein Nachbar Tomás an, während ich das Frühstück vorbereitete. Er hatte gerade seine Bäckerei renoviert und brauchte ein Foto für eine Anzeige. „Kannst du mir einen Gefallen tun? Es dauert nur zehn Minuten.“ Da ich Fotografin bin und er immer meine Pakete annimmt, sagte ich zu, ohne groß nachzufragen.
Als ich ankam, war der Eingang frisch gestrichen, und neben der Tür standen mehrere Pflanzen. Auch die alte Holzbank stand noch da. Tomás wollte, dass wir sie umstellten, bevor wir das Foto machten. Seiner Meinung nach vermittelte sie einen Eindruck von Vernachlässigung, obwohl sie noch stabil und bequem war.
Ich war ganz selbstverständlich davon ausgegangen, dass der Gefallen lediglich darin bestand, meine Kamera zu benutzen. Doch schließlich hielt ich ein Ende der Bank fest. Kaum hatten wir sie angehoben, kam eine Frau mit zwei Taschen auf uns zu. „Wo soll ich mich denn hinsetzen, um auf den Bus zu warten?“, fragte sie. Tomás ließ sein Ende sofort los.
„Das ist nur für das Foto, Doña Carmen. Danach kommt sie wieder an ihren Platz.“ Sie stellte die Taschen auf den Boden. „Zum Glück. Diese Bank gehört auch zum Geschäft.“ Sie erklärte mir, dass sie dort Brot kaufte, weil sie sich ausruhen konnte, bevor sie nach Hause zurückkehrte. Mir war noch nie der Gedanke gekommen, dieses Möbelstück mit dem Umsatz in Verbindung zu bringen.
Tomás schien sich unwohl zu fühlen. Er hatte seine Ersparnisse für die Renovierung ausgegeben und wollte neue Kunden gewinnen. Ich fand es nicht gerecht, dass er sich dafür rechtfertigen musste, auf das Erscheinungsbild seines Ladens zu achten. Dennoch verbarg das Entfernen der Bank genau etwas, das manche Kunden schätzten. Das Foto konnte schön aussehen und dabei sehr wenig aussagen.
Ich schlug ihm vor, es aus einem anderen Blickwinkel zu versuchen. Ich wollte deutlich machen, dass er auf ein gepflegtes Erscheinungsbild nicht verzichten musste. Wenn wir die Pflanzen neben die Bank stellten, würde der Eingang freundlich wirken, ohne dass wir die Bank versteckten. Carmen war damit einverstanden, mit ihrer Brottüte auf der Bank sitzend auf dem Foto zu erscheinen. Vorher erklärte ich ihr, wo die Anzeige veröffentlicht werden würde.
Als Tomás die beiden Varianten auf meinem Handy sah, brauchte er eine Weile, um eine Entscheidung zu treffen. Schließlich wählte er die mit der Bank. „Es sieht nach einem Ort aus, an dem man eine Weile bleiben kann“, sagte er. Dann lächelte er. „Allerdings muss ich sie jetzt streichen.“ Carmen erwiderte, dass sie jemanden kannte, der ihm helfen konnte.
Aus den zehn Minuten war eine Stunde geworden. Tomás bot mir als Ausgleich Brot an, und wir vereinbarten einen Preis für künftige Fotos. Ich ging zufrieden weg. Ich hatte ihm unter die Arme greifen können, ohne so zu tun, als wäre meine Zeit nichts wert.