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B2🇨🇴 Kolumbien4 Min. Lesezeit

Una foto entre amigos

Ein Foto unter Freunden

1 · Spanische Geschichte

La historia

El sábado, Mariana llegó a un café de Cali para ayudar a su amigo Julián con su primera exposición de fotografías. Se conocían desde la universidad. Ella había organizado las invitaciones y él había elegido las imágenes. Aunque Julián estaba nervioso, confiaba en que la tarde saldría bien.

Mientras acomodaba unas sillas, Mariana reconoció una foto junto a la ventana. Aparecía sentada en su antigua cocina, con los ojos cerrados y una taza entre las manos. Julián la había tomado el día en que ella perdió su empleo. Debajo se leía: "Mariana aprende a empezar de nuevo".

"¿Vas a mostrar esto sin consultarme?", preguntó. Julián dejó de revisar las luces. "Te mandé las fotos al grupo. Pensé que las habías visto". Mariana sacó su celular. Había recibido treinta imágenes durante una reunión de trabajo. Su respuesta, un corazón, celebraba la exposición. No significaba que aceptara aparecer en ella.

Julián intentó explicar su elección. Para él, la foto mostraba la confianza que existía entre ambos. "Precisamente por eso me molesta", respondió ella. "Te dejé acompañarme porque eras mi amigo. No quería que ese momento se convirtiera en una historia para desconocidos". Él miró la pared y guardó silencio.

Faltaba media hora para abrir. Quitar la fotografía dejaría un espacio vacío en el centro de la exposición. Mariana sabía cuánto había trabajado Julián y estuvo a punto de ceder. Sin embargo, le parecía injusto tener que aceptar algo incómodo para demostrar que lo apoyaba. Prefirió esperar su respuesta.

"Qué pena contigo", dijo él finalmente. "No debí dar por hecho que estabas de acuerdo. La quito". Mariana sintió alivio, pero también quiso aclarar algo: no consideraba que fuera una mala fotografía. El problema era que Julián había decidido por ella qué parte de su vida podía compartir.

Entre los dos retiraron el marco. No buscaron una imagen para reemplazarlo. Cuando llegaron los primeros visitantes, la dueña del café preguntó por el espacio vacío. "Cambiamos de opinión", respondió Julián. Después habló de otra foto, sin contar la conversación ni convertir la disculpa en parte de la exposición.

Al cerrar, Mariana propuso que fueran a comer. Todavía necesitaban hablar, pero ya no tenía ganas de irse sola. Julián aceptó y guardó el celular cuando llegó la comida. Por primera vez en toda la tarde, ninguno pensó en tomar una foto.

2 · Nützliche Ausdrücke

Ausdrücke zum Merken

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01

sin consultarme

ohne mich vorher zu fragen

Damit drückst du aus, dass jemand gehandelt hat, ohne dich vorher nach deiner Meinung oder deiner Erlaubnis zu fragen.

Mi compañero cambió la fecha sin consultarme.

Mein Kollege hat den Termin geändert, ohne mich vorher zu fragen.

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02

guardó silencio

schwieg

Beschreibt, dass jemand still wird, oft um über das Gesagte nachzudenken.

Al escuchar la pregunta, Laura guardó silencio unos segundos.

Als Laura die Frage hörte, schwieg sie einige Sekunden lang.

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03

estuvo a punto de ceder

war kurz davor, nachzugeben

Damit sagst du, dass jemand beinahe aufgehört hätte, sich zu widersetzen oder den eigenen Standpunkt zu verteidigen.

Andrés estuvo a punto de ceder, pero mantuvo su decisión.

Andrés war kurz davor, nachzugeben, hielt aber an seiner Entscheidung fest.

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04

Qué pena contigo

Es tut mir leid

Eine persönliche Entschuldigung, mit der du anerkennst, dass du jemanden in eine unangenehme Lage gebracht hast.

Sprachgebrauch: Informell; passend für ungezwungene Gespräche. In Kolumbien drückt „Qué pena contigo“ gewöhnlich eine Entschuldigung aus, kein Mitleid. Mit „contigo“ sprichst du jemanden in der Du-Form an.

Qué pena contigo, olvidé devolverte el libro.

Es tut mir leid, ich habe vergessen, dir das Buch zurückzugeben.

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05

dar por hecho

als selbstverständlich voraussetzen

Bedeutet, etwas ungeprüft als wahr oder bereits geklärt anzunehmen.

No podemos dar por hecho que todos quieran participar.

Wir können nicht als selbstverständlich voraussetzen, dass alle mitmachen möchten.

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06

Cambiamos de opinión

Wir haben es uns anders überlegt

Damit teilst du mit, dass sich eine frühere Ansicht oder Entscheidung geändert hat.

Cambiamos de opinión y decidimos viajar en bus.

Wir haben es uns anders überlegt und beschlossen, mit dem Bus zu fahren.

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07

tenía ganas de

Lust haben, etwas zu tun

Drückt den Wunsch aus, etwas zu tun. In der Geschichte zeigt die umgebende Verneinung, dass dieser Wunsch nicht mehr besteht.

Después del almuerzo, tenía ganas de caminar.

Nach dem Mittagessen hatte ich Lust, spazieren zu gehen.

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3 · Übersetzung auf Deutsch

Die ganze Geschichte auf Deutsch

Am Samstag kam Mariana in ein Café in Cali, um ihrem Freund Julián bei seiner ersten Fotoausstellung zu helfen. Sie kannten sich seit dem Studium. Sie hatte sich um die Einladungen gekümmert, und er hatte die Bilder ausgewählt. Obwohl Julián nervös war, vertraute er darauf, dass der Nachmittag gut verlaufen würde.

Während sie einige Stühle zurechtrückte, erkannte Mariana ein Foto am Fenster wieder. Darauf saß sie in ihrer alten Küche, mit geschlossenen Augen und einer Tasse in den Händen. Julián hatte es an dem Tag aufgenommen, an dem sie ihre Stelle verloren hatte. Darunter stand: „Mariana lernt, neu anzufangen.“

„Willst du das zeigen, ohne mich vorher zu fragen?“, fragte sie. Julián hörte auf, die Beleuchtung zu überprüfen. „Ich habe die Fotos in die Gruppe geschickt. Ich dachte, du hättest sie gesehen.“ Mariana holte ihr Handy heraus. Sie hatte während einer Besprechung bei der Arbeit dreißig Bilder bekommen. Ihre Antwort, ein Herz, drückte ihre Freude über die Ausstellung aus. Sie bedeutete nicht, dass sie damit einverstanden war, selbst darin zu sehen zu sein.

Julián versuchte, seine Auswahl zu erklären. Für ihn zeigte das Foto das Vertrauen zwischen ihnen. „Genau deshalb stört es mich“, antwortete sie. „Ich habe dich in diesem Moment bei mir sein lassen, weil du mein Freund warst. Ich wollte nicht, dass dieser Moment zu einer Geschichte für Fremde wird.“ Er sah die Wand an und schwieg.

Bis zur Eröffnung blieb noch eine halbe Stunde. Das Foto abzunehmen würde mitten in der Ausstellung eine leere Stelle hinterlassen. Mariana wusste, wie viel Julián gearbeitet hatte, und war kurz davor, nachzugeben. Doch sie fand es ungerecht, etwas Unangenehmes hinnehmen zu müssen, um zu beweisen, dass sie ihn unterstützte. Sie wartete lieber seine Antwort ab.

Es tut mir leid“, sagte er schließlich. „Ich hätte nicht als selbstverständlich voraussetzen dürfen, dass du einverstanden bist. Ich nehme es ab.“ Mariana war erleichtert, wollte aber auch etwas klarstellen: Sie fand nicht, dass es ein schlechtes Foto war. Das Problem war, dass Julián für sie entschieden hatte, welchen Teil ihres Lebens er mit anderen teilen durfte.

Gemeinsam nahmen sie den Rahmen ab. Sie suchten kein anderes Bild als Ersatz. Als die ersten Gäste kamen, fragte die Cafébesitzerin nach der leeren Stelle. „Wir haben es uns anders überlegt“, antwortete Julián. Danach sprach er über ein anderes Foto, ohne von dem Gespräch zu erzählen oder die Entschuldigung zum Teil der Ausstellung zu machen.

Als das Café schloss, schlug Mariana vor, gemeinsam essen zu gehen. Sie mussten noch miteinander reden, aber allein zu gehen war nichts mehr, worauf sie Lust hatte. Julián war einverstanden und steckte sein Handy weg, als das Essen kam. Zum ersten Mal an diesem Nachmittag dachte keiner von beiden daran, ein Foto zu machen.