La silla del otro lado
Der Stuhl auf der anderen Seite
Clara llegó a la biblioteca para su primera tarde como voluntaria. Ayudaría a otras personas a completar formularios por internet. Había preparado una lista de instrucciones y esperaba que todo saliera bien. Junto a la mesa había un hombre con una carpeta. Como él también parecía estar esperando, Clara supuso que trabajarían juntos.
Para romper el hielo, le preguntó si tenía experiencia. "Bastante con máquinas, poca con estos trámites", respondió él. Se llamaba Gabriel y había reparado equipos durante treinta años. Clara sonrió, aliviada. Le explicó cómo pensaba organizar la atención y le ofreció la silla que estaba detrás de la computadora.
Gabriel no se sentó. "En realidad, vine porque necesito ayuda para solicitar una beca de estudios". Clara sintió vergüenza. Había dado por hecho que, por su edad y su experiencia, él venía a enseñar. Además, había imaginado que las personas que pidieran ayuda serían muy distintas de aquel hombre seguro de sí mismo.
Se disculpó y empezó a completar el formulario mientras hablaba rápidamente. Gabriel la interrumpió con cuidado. "Si lo haces tú, hoy terminaré antes. Pero la próxima vez volveré a necesitar ayuda". Clara retiró las manos del teclado. Su lista explicaba qué hacer, pero no decía quién debía hacerlo ni cuánto tiempo podía necesitar.
Clara intentó ponerse en su lugar. Cuando alguien le quitaba una herramienta para terminar más rápido, ella también se sentía incapaz. Cambiaron de silla y Gabriel empezó a escribir a su ritmo. Le contó que quería estudiar diseño de muebles. No buscaba otra profesión, sino aprender algo que siempre había dejado para después.
Cuando llegaron a la carta de presentación, Gabriel dudó. "Quizá el comité piense que ya es tarde para empezar". Clara estuvo a punto de asegurarle que nadie pensaría eso. Sin embargo, no podía saberlo. "Podrías explicar qué quieres aprender y por qué ahora", propuso. Él leyó su borrador y decidió cambiar de opinión sobre una frase que había escrito para disculparse por su edad.
Al terminar, Gabriel preguntó si ella volvería el jueves. Clara dijo que sí. Antes de conocerlo, había pensado que ayudar consistía en tener respuestas. Ahora tenía una pregunta para la siguiente persona: "¿Qué te gustaría poder hacer sin ayuda?". Había aprendido a escuchar antes de sacar conclusiones.
Clara kam zu ihrem ersten Nachmittag als ehrenamtliche Helferin in die Bibliothek. Sie sollte anderen Menschen helfen, Formulare im Internet auszufüllen. Sie hatte eine Liste mit Anweisungen vorbereitet und hoffte, dass alles gut gehen würde. Neben dem Tisch stand ein Mann mit einer Mappe. Da auch er zu warten schien, nahm Clara an, dass sie zusammenarbeiten würden.
Um das Eis zu brechen, fragte sie ihn, ob er Erfahrung habe. „Ziemlich viel mit Maschinen, wenig mit solchen Formalitäten“, antwortete er. Er hieß Gabriel und hatte dreißig Jahre lang Geräte repariert. Clara lächelte erleichtert. Sie erklärte ihm, wie sie die Beratung organisieren wollte, und bot ihm den Stuhl hinter dem Computer an.
Gabriel setzte sich nicht. „Eigentlich bin ich gekommen, weil ich Hilfe bei der Bewerbung um ein Stipendium brauche.“ Clara war verlegen. Sie hatte als selbstverständlich angenommen, dass er wegen seines Alters und seiner Erfahrung gekommen war, um anderen etwas beizubringen. Außerdem hatte sie sich vorgestellt, dass die Menschen, die um Hilfe bitten würden, ganz anders wären als dieser selbstsichere Mann.
Sie entschuldigte sich und begann, das Formular auszufüllen, während sie schnell sprach. Gabriel unterbrach sie behutsam. „Wenn du es machst, bin ich heute schneller fertig. Aber beim nächsten Mal werde ich wieder Hilfe brauchen.“ Clara nahm die Hände von der Tastatur. Ihre Liste erklärte, was zu tun war, aber nicht, wer es tun sollte oder wie viel Zeit die betreffende Person dafür brauchen könnte.
Clara versuchte, sich in seine Lage zu versetzen. Wenn ihr jemand ein Werkzeug aus der Hand nahm, um schneller fertig zu werden, fühlte auch sie sich unfähig. Sie tauschten die Stühle, und Gabriel begann, in seinem eigenen Tempo zu tippen. Er erzählte ihr, dass er Möbeldesign studieren wollte. Er suchte keinen anderen Beruf, sondern wollte etwas lernen, das er immer wieder auf später verschoben hatte.
Als sie zum Bewerbungsschreiben kamen, zögerte Gabriel. „Vielleicht denkt die Auswahlkommission, dass es schon zu spät ist, um anzufangen.“ Clara war kurz davor, ihm zu versichern, dass niemand so denken würde. Doch das konnte sie nicht wissen. „Du könntest erklären, was du lernen möchtest und warum gerade jetzt“, schlug sie vor. Er las seinen Entwurf und beschloss, seine Meinung zu ändern, was einen Satz betraf, den er geschrieben hatte, um sich für sein Alter zu entschuldigen.
Als sie fertig waren, fragte Gabriel, ob sie am Donnerstag wiederkommen würde. Clara sagte Ja. Bevor sie ihn kennengelernt hatte, hatte sie gedacht, Helfen bedeute, Antworten zu haben. Jetzt hatte sie eine Frage für die nächste Person: „Was würdest du gern ohne Hilfe machen können?“ Sie hatte gelernt, zuzuhören, bevor sie Schlussfolgerungen zog.
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romper el hielo
das Eis brechenDamit beschreibst du, dass jemand den Einstieg in ein Gespräch lockerer und entspannter macht.
Lucía contó una anécdota para romper el hielo.
Lucía erzählte eine Anekdote, um das Eis zu brechen.
Había dado por hecho
Sie hatte als selbstverständlich angenommenSie war davon ausgegangen, dass etwas stimmte, ohne es zu überprüfen.
Había dado por hecho que la reunión sería presencial.
Sie hatte als selbstverständlich angenommen, dass das Treffen vor Ort stattfinden würde.
ponerse en su lugar
sich in seine Lage versetzenDu stellst dir die Situation einer anderen Person vor, um zu verstehen, wie sie sich fühlt.
Antes de criticar a su compañero, Ana intentó ponerse en su lugar.
Bevor Ana ihren Kollegen kritisierte, versuchte sie, sich in seine Lage zu versetzen.
a su ritmo
in seinem eigenen TempoIn einer Geschwindigkeit, die zur Person passt, ohne Druck, schneller sein zu müssen.
Cada participante puede avanzar a su ritmo.
Alle Teilnehmenden können in ihrem eigenen Tempo vorankommen.
cambiar de opinión
seine Meinung ändernNach erneutem Nachdenken zu einer anderen Ansicht oder Entscheidung kommen.
Todavía puedes cambiar de opinión sobre el viaje.
Du kannst deine Meinung zu der Reise immer noch ändern.
sacar conclusiones
Schlussfolgerungen ziehenAuf Grundlage der verfügbaren Informationen zu einem Urteil kommen.
Necesitamos escuchar ambas versiones antes de sacar conclusiones.
Wir müssen beide Darstellungen hören, bevor wir Schlussfolgerungen ziehen.
Satz für Satz
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Quiz zur Geschichte
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